Die Hauptfigur | Schauplätze | Encyclopedia Humboldtica 

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Aus: Heinrich Bergaus, Physikalischer Atlas
© Eichborn AG, Frankfurt am Main, April 2006.


Die Hauptfigur


Carl Friedrich Donhauser, genannt Humboldt
Einer der exzentrischsten Forscher des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Behauptet, der leibliche Sohn Alexander von Humboldts zu sein. Kräftig und von riesenhaftem Wuchs, hat er die Haare nach Art der Chinesen zu einem Zopf gebunden, mit kurzem Vollbart. Wortkarg, manchmal aufbrausend, ungeduldig und von messerscharfer Intelligenz. Gilt als schwierig und ungesellig. Trägt einen Spazierstock, den er hervorragend als Waffe handhabt. Kleidet sich am liebsten in einen indischen Sherwani nebst weiter Stoffhose, schwere Stiefel, darüber ein langer schwarzer Ledermantel, Zylinder. Trägt immer eine Menge "Gadgets" bei sich, selbst konstruierte kleine technische Hilfsmittel, die ihm schon oft das Leben gerettet haben.

Schauplätze


Anden
Die Anden befinden sich auf der Westseite von Südamerika. Sie sind die längste Gebirgskette der Erde und erstrecken sich von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien bis nach Chile. Sie bestehen aus zwei – in manchen Abschnitten auch mehr – parallel verlaufenden Hauptketten. Im mittleren Abschnitt, in Peru, Bolivien, Nordchile und Nordargentinien, liegen diese Ketten sehr weit auseinander und umschließen ein zentrales Hochland, in das auch der Titicacasee eingebettet ist. Das Zentrum des Inka-Reiches, Cuzco, befand sich nördlich dieser Hochebene.

Die Anden haben eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 7500 km und reichen von den Tropen (ca. 10° Nord) bis weit in die Außertropen (ca. 55° Süd).

Bandiagara
Das Bandiagara-Felsmassiv liegt im Süden Malis und hat eine Länge von etwa 170 Kilometer. Das Massiv aus rotem eisenhaltigem Sandstein erreicht eine Höhe von 500 Metern oberhalb der tiefer gelegenen Sandebenen des Südens. Als Zufluchts- und Wohnort des ca. 300000 Menschen zählenden Volks der Dogon spielt dieses Felsmassiv eine große Rolle. Die Felsen von Bandiagara und etwa 250 umliegende Dörfer wurden 1989 auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und Weltnaturerbes gesetzt.

Colca-Schlucht
Der Cañón del Colca ist eine Schlucht in der Nähe des peruanischen Ortes Arequipa. Er ist zwischen 3200 m und 1200 m tief und somit tiefer als der Grand Canyon, der nur eine Tiefe von 1800 m aufweist.

Geheimnisvolle Felsmalereien und Höhlen, in denen einst die sogenannten ›Colcas‹ – Behälter für die Lagerung von Getreide – aufbewahrt wurden, zeugen von der langen Besiedlung dieser Region.

An manchen Stellen wurden die Hänge des Cañóns von menschlicher Hand zu Terrassen strukturiert, von denen viele schon mehrere hundert Jahre alt sind. Die Schlucht ist eines der letzten Rückzugsgebiete des vom Aussterben bedrohten Kondors.

Eiffelturm
Der Eiffelturm ist ein Wahrzeichen der französischen Hauptstadt Paris und steht weltweit als Symbol für ganz Frankreich. Er wurde in den Jahren 1887 bis 1889 anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution erbaut. Der Stahlfachwerkturm ist nach seinem Erbauer Gustave Eiffel benannt und steht an der gleichnamigen Avenue Gustave Eiffel im Parc du Champ de Mars, direkt am Fluss Seine.

Nautilus
In Jules Vernes Romanen 20.000 Meilen unter dem Meer und Die geheimnisvolle Insel wird die Nautilus als ein stählernes fischförmiges Unterseeboot beschrieben. Sie steht unter dem Kommando des legendären Kapitän Nemo.

Nazca-Linien
Die Nazca-Linien sind riesige Scharrbilder in der Wüste zwischen den Städten Nazca und Palpa in Peru. Die Nazca-Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen sowie Figuren von einer Größe von zehn bis mehreren Hundert Metern, z.B. Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Walen. Oft sind die figurbildenden Linien nur wenige Zentimeter tief. Wegen ihrer enormen Größe sind sie nur aus großer Höhe zu erkennen.

Santorin
ist der Name einer kleinen Inselgruppe im Süden der Kykladen. Ihre Hauptinsel wird im Griechischen zumeist Thera genannt. Die Inselgruppe Santorin liegt etwa 100 km nördlich von Kreta, erstreckt sich auf rund 90 km² Landfläche und wird von rund 13.500 Einwohnern bewohnt.

Encyclopedia Humboldtica


Alexander von Humboldt
Geboren am 14. September 1769, gestorben am 6. Mai 1859 in Berlin, war ein deutscher Naturforscher von Weltgeltung und Mitbegründer der Geografie als empirischer Wissenschaft.

Seine Forschungsreisen führten ihn fast in die ganze Welt. Er arbeitete und forschte auf den Gebieten der Physik, der Chemie, der Geologie, Mineralogie, Vulkanologie, Zoologie, Klimatologie, Ozeanografie und Astronomie. Zudem korrespondierte er bei der Erstellung seines grandiosen publizistischen Werkes mit ungezählten internationalen Spezialisten der verschiedenen Fachrichtungen und schuf so ein wissenschaftliches Netzwerk eigener Prägung.

In Deutschland erlangten vor allem seine Ansichten über die Natur und den Kosmos außerordentliche Popularität. Sein bereits zu Lebzeiten legendäres Ansehen spiegelt sich in Bezeichnungen wie ›der zweite Kolumbus‹, ›wissenschaftlicher Wiederentdecker Amerikas‹, ›Wissenschaftsfürst‹ und ›der neue Aristoteles‹. Er wurde in zahlreiche Akademien aufgenommen, so etwa in die Leopoldinisch-Karolinische Akademie der Naturforscher, die Preußische Akademie der Wissenschaften, die Bayerische Akademie der Wissenschaften sowie die Akademie gemeinnütziger Wissenschaften.

Atlantis
Atlantis (›Insel des Atlas‹) ist ein sagenumwobenes Inselreich, das von dem antiken griechischen Philosophen Platon (427 bis 347 v. Chr.) als Erstem erwähnt und beschrieben wurde. Laut Platon handelte es sich um eine Seemacht, die ausgehend von ihrer Hauptinsel große Teile Europas und Afrikas unterworfen hat. Nach einem gescheiterten Angriff auf Athen soll Atlantis schließlich um 9.600 v. Chr. infolge einer Naturkatastrophe innerhalb ›eines einzigen Tages und einer unglückseligen Nacht‹ untergegangen sein.

Bathysphäre
Eine Bathysphäre ist eine Druckkammer mit Atemluft, die für Tauchgänge eingesetzt wird. Das Wort setzt sich aus den griechischen Worten bathys (tief) und sphaira (Kugel) zusammen. Die Bathysphäre ist eine Hohlkugel, die von einem Mutterschiff an einem Kabel ins Meer herabgelassen wird. Im Gegensatz zu einer Taucherglocke ändert sich der Innendruck der Bathysphäre dank ihrer dicken Wände nicht. Sie hat keinen eigenen Antrieb wie ein Tiefsee-U-Boot.

Die erste Bathysphäre wurde von Professor Charles William Beebe und seinem Ingenieur Otis Barton im Jahre 1930 gebaut.

Blauringkrake
Der Große Blauringkrake (Hapalochlaena lunulata) zählt mit 12-20 cm Länge zu den größeren Vertretern seiner Gattung. Die Hapalochlaena-Arten sind Kopffüßler und leben vor der Küste Australiens, der Philippinen, Indonesiens und Neuguineas. Sie bevorzugen den flachen Küstenbereich bis zu einer Tiefe von etwa 50 Metern, halten sich aber verhältnismäßig häufig in der Nähe des Ufers auf. Alle Arten dieser Gattung haben ein starkes Gift, das sie bei einem Biss abgeben. Dabei handelt es sich um ein Nervengift, das auch andere Tiere wie zum Beispiel Kugelfische, Stummelfußfrösche sowie einige Krebse und Schnecken besitzen. Der Giftvorrat eines Tieres ist so reichlich, dass er 26 Menschen in kürzester Zeit töten könnte.

Brennstoffzelle
Eine Brennstoffzelle ist eine galvanische Zelle, also eine Vorrichtung zur spontanen Umwandlung von chemischer in elektrische Energie. Die chemische Reaktionsenergie eines kontinuierlich zugeführten Brennstoffes wird hierbei in elektrische und anschließend in mechanische Energie umgewandelt.

Christian Friedrich Schönbein entdeckte schon 1838 das Prinzip der Brennstoffzelle. Er ließ zwei Platindrähte in einer Elektrolytlösung mit Wasserstoff umspülen und stellte dabei eine elektrische Spannung fest. Durch die Erfindung der Dampfmaschine geriet die Brennstoffzelle in Vergessenheit.

Calypso
In der griechischen Mythologie ist Calypso eine Nymphe und Tochter des Atlas. Im fünften Gesang der Odyssee wird beschrieben, wie sie den schiffbrüchigen Odysseus liebt und sieben Jahre lang bei sich auf der Insel Ogygia festhält.

Berühmt wurde der Name durch das Forschungsschiff Calypso, das von Jacques-Yves Cousteau, einem Ozeanografie-Forscher, als mobiles Labor für die Feldforschung benutzt wurde.

Daitõ
ist der Überbegriff für die traditionellen Langschwerter der japanischen Samurai, mit einer Klingenbreite zwischen 600 mm und 1800 mm. Unterteilt in die Schwerttypen Tachi, Katana und Nodachi, ist ihnen allen gemeinsam, dass der Stahl in einer aufwendigen Falttechnik hergestellt wird, die ihm gleichermaßen Härte und Biegsamkeit verleiht.

Dakar-Niger-Express
Der Dakar-Niger-Express ist die wichtigste Fernverbindung zwischen den afrikanischen Staaten Senegal und Mali. Die 1230 Kilometer lange Bahnstrecke verbindet Dakar mit Bamako, der Hauptstadt des Nachbarstaats Mali. Wöchentlich gibt es zwei Verbindungen in jeder Richtung. Die restlichen Strecken sind in schlechtem Zustand. Die Bauarbeiten begannen Ende des 19. Jahrhunderts unter General Gallieni, dem Gouverneur von Französisch-Sudan. Sein Ziel war es, den Fluss Niger mit dem Hafen von Dakar zu verbinden, wodurch der Transport von Rohstoffen erleichtert werden sollte. Um nach Timbuktu zu reisen, musste man zuerst mit der Bahn nach Bamako und von dort aus mit dem Schiff flussaufwärts den Niger hinauf.

Differenzmaschine
Eine Differenzmaschine ist ein mechanischer Computer zum Addieren von Zahlen. Subtraktion, Multiplikation und Division sowie komplexere Berechnungen können nur durchgeführt werden, wenn es möglich ist, sie durch mathematische Kunstgriffe auf eine Serie von Additionen zurückzuführen. Das Erste dieser Geräte wurde 1786 von Johann Helfrich von Müller erfunden und im Jahr 1822 von Charles Babbage weiterentwickelt.

Die Analytische Maschine ist eine Weiterentwicklung dieser mechanischen Rechenmaschine, die allerdings niemals gebaut wurde. Sie stammte ebenfalls von dem britischen Mathematikprofessor Charles Babbage (1791–1871) und stellt einen wichtigen Schritt in der Geschichte des Computers dar. Sie sollte von einer Dampfmaschine angetrieben werden und wäre über 30 Meter lang und 10 Meter breit gewesen.

Dogon
Die Dogon sind eine afrikanische Volksgruppe, die in Westafrika in Mali lebt und derzeit etwa 300000 Menschen umfasst. Ihr Lebensraum erstreckt sich von der steinigen Bandiagara-Hochfläche bis zur gleichnamigen Falaise, einer Steilstufe, die auf einer Länge von 200 Kilometern fast senkrecht zur etwa 250 Meter tiefer gelegenen Gondo-Ebene abfällt. Die ältesten Dörfer der Dogon kleben wie Schwalbennester in den Geröllhalden und auf kleinen Felsterrassen der Falaise. Nach alten Überlieferungen wurden die Vorfahren der Dogon aus dem Westen, von »Dort, wo der König lebt«, vertrieben. In den unwegsamen Felslandschaften von Bandiagara fanden sie Schutz vor ihren Verfolgern. Die Völkerkundler nehmen an, dass die Dogon den Felsabsturz von Bandiagara zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert besiedelten. Sie verdrängten hier ein anderes Volk, das vor ihnen hier gelebt hatte, die Tellem.

Dynamit
Im Oktober 1866 erfand Alfred Bernhard Nobel (1833 bis 1896) auf einem Floß in der Elbe in der Nähe Krümmels einen Sprengstoff, der die Welt verändern sollte. Wegen seiner enormen Stärke nannte er ihn nach dem griechischen Wort »dynamis« für Kraft »Dynamit«. Statt zehn Sprenglöchern für Schwarzpulver reichte nun eines, um Erz aus Gestein, Kohle aus Flözen oder Tunnel aus dem Fels zu sprengen. Gebraucht wurde der neue Sprengstoff weltweit. Er half, den durch die Industrialisierung ausgelösten enormen Bedarf an Eisenerz und Kohle zu decken, ermöglichte es, Straßen, Kanälen und Gleisen den Weg zu bahnen. Ein Jahr nachdem der schwedische Chemiker und Geschäftsmann in Krümmel seine erste Fabrik gegründet hatte, begannen damit sein Aufstieg und die 80-jährige Geschichte der Sprengstoffindustrie.

El Niño
spanisch für Christkind. Eine ungewöhnliche, nicht regelmäßige Strömung im äquatorialen Pazifik, die Einfluss auf das gesamte Weltklima hat. Der Name lässt sich vom Zeitpunkt des Auftretens ableiten. Peruanische Fischer stellten fest, dass sie hauptsächlich zur Weihnachtszeit auftritt. Mit ihr verbunden ist ein Ausbleiben der Fischschwärme, das zu wirtschaftlichen Einbußen führt.

Ferdinand Graf von Zeppelin
Geboren am 8. Juli 1838 in Konstanz im Gebäude des Inselhotels; gestorben am 8. März 1917 in Berlin, im Volksmund auch »der Alte vom Bodensee« genannt, war ein deutscher General und Luftschiffkonstrukteur.

Am 13. August 1898 gewährte ihm das Kaiserliche Patentamt das Patent Nummer 98580 für einen »Lenkbaren Luftfahrzug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern«. Der Entwurf für sein »Starrluftschiff« wurde hierdurch rückwirkend zum 31. August 1895 geschützt. Woher die Idee dazu stammte, ist unbekannt.

Französisch-Westafrika
Französisch-Westafrika (frz. Afrique Occidentale Française oder A.O.F.) war von 1895 bis 1958 die Bezeichnung für die Föderation der französischen Besitzungen in Westafrika. Bis zu neun Territorien gehörten zu diesem Gebiet; dies waren Obersenegal und Niger, Mauretanien, Senegal, Französisch-Sudan (heute Mali), Guinea, Dahomey (heute Benin) sowie die Elfenbeinküste. Von Obersenegal und Niger wurde Niger 1911 ein eigener Militärdistrikt, Obervolta (heute Burkina Faso) 1919 eine eigene Kolonie. Das übrige Territorium kam 1920 zu Französisch-Sudan. Bis 1902 war Saint-Louis Hauptstadt Französisch-Westafrikas, wurde dann aber von Dakar abgelöst. Oberster Verwalter war ein Generalgouverneur. 1958 wurden die Kolonien zu autonomen Republiken, mit Ausnahme Guineas, das sich für die Unabhängigkeit entschied. Zum Zeitpunkt ihrer Gründung hatte die Föderation etwa 10 Millionen Einwohner und bei ihrer Auflösung 25 Millionen. Das Gebiet von Französisch-Westafrika hatte eine Größe von ca. 4,7 Millionen Quadratkilometern.

Golem
Das Wort Golem kommt aus dem Hebräischen und steht für ›Ungeformtes‹, aber auch für ›Embryo‹. Im modernen Hebräisch bedeutet golem ›dumm‹ oder ›hilflos‹. In der rabbinischen Tradition wird alles Unfertige als Golem bezeichnet.

Imperialismus
Imperialismus bezeichnet die zielstrebige Erweiterung und den systematischen Ausbau des wirtschaftlichen, militärischen, politischen und kulturellen Macht- und Einflussbereichs eines Staates in der Welt. Als Zeitalter des Imperialismus gilt der Zeitraum zwischen 1870 und 1918, in dem die europäischen Mächte (Großbritannien, Frankreich, Belgien, Portugal und Deutschland) Afrika untereinander aufteilten.

Inka
Die Inka lebten zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert in Südamerika und herrschten über ein Reich von etwa 200 ethnischen Gruppen. Sie lebten in Städten und wiesen einen hohen Organisationsgrad auf. Ihr Einfluss erstreckte sich vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien – ein Gebiet, dessen Ausdehnung größer ist als die Entfernung zwischen dem Nordkap und Sizilien. Entwicklungsgeschichtlich sind die Inka mit den bronzezeitlichen Kulturen Eurasiens vergleichbar. Ihre Hauptstadt Cuzco lag im Hochgebirge des heutigen Peru.

Sie selbst behaupteten stets, vom Sonnengott Inti abzustammen.

Ketschua
Ketschua (auch Quechua, Kichwa oder Quichua genannt) ist eine Sprache bzw. eine Gruppe eng miteinander verwandter Sprachen, die im Andenraum gesprochen werden. Es handelt sich dabei um die alte Sprache der Inka.

K.I.
Bei der Künstlichen Intelligenz handelt es sich um ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit intelligentem Verhalten von Maschinen oder Robotern befasst bzw. versucht, eine menschenähnliche Intelligenz nachzubilden. Bei Computerspielen wird zum Beispiel durch meist einfache Algorithmen ein intelligentes Verhalten simuliert.

Leonardo da Vinci
1442–1519, italienischer Künstler, Maler, Bildhauer, Architekt, Mechaniker und Erfinder. Er gilt als Universalgenie, weil er in so vielen Künsten und Wissenschaften zu Hause war. Er schuf nicht nur zahlreiche Kunstwerke, sondern entwarf unzählige Maschinen, darunter auch Flugapparate, die er jedoch nie realisieren konnte. Einen Neffen namens Francesco gab es aber nicht.

Meereskunde
Die Meereskunde wird in sieben Teilbereiche unterteilt.
1. Ozeanografie oder physikalische Ozeanografie: Sie behandelt physikalische Vorgänge in und auf den Meeren. Sie erforscht die Temperatur, den Salzgehalt, die Schallgeschwindigkeit, die ozeanische Akustik, Schwebstoffe und Lichtdurchlässigkeit. Weitere Themen sind Meeresströmungen und verschiedene Bewegungsvorgänge wie Turbulenz, Wellen (Seegang), Gezeiten (Ebbe/ Flut), wind- und dichtegetriebene Strömung und der damit verbundene Wärmetransport im Ozean.
2. Biologische Meereskunde oder Meeresbiologie. Sie untersucht biologische Eigenheiten, Vorkommen, Wachstum, Fortpflanzung und Sterberate von Meeresorganismen und analysiert die ökologische Auswirkung der Umweltparameter, speziell Wassertemperatur, Salzgehalt und Strömungen.
3. Meeresökologie. Hier werden die ökologischen Interaktionen zwischen Organismen und ihrer Umwelt untersucht und auch die Rückwirkung der Organismen auf Trübung, Sedimentation, Nährstoffkreisläufe und Sedimentationsprozesse.
4. Meeresgeologie. Sie erforscht Prozesse, die den Meeresboden formen.
5. Maritime Meteorologie und Klimatologie. Sie erforscht die Wechselwirkung des Ozeans mit der Atmosphäre.
6. Maritime Geochemie. Sie untersucht die Wechselwirkungen zwischen chemischen und geologischen Vorgängen im Meer und die chemischen Prozesse in den Ablagerungen (Sedimente).
7. Meerestechnik. Sie betreibt die Entwicklung von Technologien zur Beprobung, Beobachtung und automatischen Messung von Meeresvorgängen.

Minoische Kultur
Die antike Kultur Kretas der Bronzezeit wird nach dem mythischen König Minos als minoisch, kretisch-minoisch oder kretominoisch bezeichnet. Bei der Kultur des griechischen Festlandes spricht man dagegen von helladisch.

Die minoische Kultur ist die früheste Hochkultur Europas.

Polytechnikum
Als Polytechnikum (Kurzform von polytechnische Hochschule) wurden im 19. Jahrhundert Schulen für angehende Ingenieure bezeichnet. Um die Jahrhundertwende wurden einige in Technische Hochschulen umgewandelt, andere gingen im Laufe des 20. Jahrhunderts in den heutigen Fachhochschulen auf.

Quipu
Quipu (span.) oder Khipu (Ketschua: ›Knoten‹) ist der Name einer einzigartigen, im Dezimalsystem aufgebauten Knotenschrift der Inka. Sie entwickelte sich von einer Methode zur nummerischen Buchhaltung bis hin zu einer vollständigen Schrift. Von Einwohnern, Soldaten, Tieren, Ländereien über Lagerbestände bis hin zu historischen Ereignissen konnte mit Hilfe der Quipu alles statistisch erfasst werden. Ein Quipu-Spezialist knüpfte die Knoten, die dann von Quipu-Deutern gelesen wurden.

Rapier
Die Bezeichnung für eine seit dem 16. Jahrhundert in Europa häufig gebrauchte Hieb- und Stichwaffe. Rapiere sind leichter als Schwerter und haben am Griff einen häufig aufwendig gearbeiteten Korb als Schutz für die Hand.

Roboter
Der Begriff Roboter (tschechisch: robot) tauchte als Erstes in dem futuristischen Theaterstück des Schriftstellers Karel Capek Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Sein Ursprung hat das Wort im slawischen robota, das Arbeit, Fronarbeit oder Zwangsarbeit bedeutet. Ein Roboter ist eine stationäre oder mobile Maschine, die darauf programmiert ist, bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Siriusrätsel
Die französischen Ethnologen Marcel Griaule und Germaine Dieterlen fanden 1930 heraus, dass die Dogon ein überraschend ausgefeiltes astronomisches Wissen besitzen. So wissen sie zum Beispiel, dass sie in einem unendlich großen, aber trotzdem messbaren Universum leben, das unzählige spiralförmige Weiten beherbergt. Außerdem pflegen sie eine Religion, die den Stern Sirius als Zentrum der Welt darstellt – allerdings nicht den hellen leuchtkräftigen Hauptstern Sirius A im Sternbild Hund, sondern dessen Begleiter Sirius B. Das ist ein kleiner, leuchtschwacher Weißer Zwerg, den die Astronomen erst 1862 entdeckt haben. Die Dogon erzählen sich, dass dieser Sirius B, den sie Po Tolo nennen, innerhalb von 50 Jahren seinen Partner umkreist – die moderne Astronomie hat die Orbitdauer auf 49,9 Jahre berechnet. Skizzen der Dogon zeigen die Umlaufbahn des Siriussystems, die erstaunlich gut mit den tatsächlichen Daten übereinstimmt. Amerikanische Forscher stellten die Theorie auf, dass dieses Wissen den Dogon durch außerirdische Besucher vermittelt wurde.

Telepathie
bezeichnet die Übertragung von Informationen zwischen zwei Menschen ohne die Beteiligung der Sinnesorgane oder eines technischen Mediums. Im deutschen Sprachgebrauch werden dafür auch die Begriffe Gedankenlesen oder Gedankenübertragung verwendet. Eine wissenschaftliche Erklärung oder gar einen Beleg gibt es für die Telepathie aber nicht.

Tellem
Die Tellem sind ein Volk von Pygmäen, das vor den Dogon die Tafelberge von Bandiagara bewohnt hat. Die Überlieferungen sprechen von einem „zwergenhaften Volk mit rötlicher Hautfarbe“, das aus dem Norden gekommen sei. Noch heute kleben ihre Lehmhütten an Felsvorsprüngen, in Felsspalten und Höhlen. Diese ehemaligen Behausungen dienen jetzt den Dogon als Grabstätten und heilige Verstecke für Masken und Fetische. Die Tellem verschwanden auf rätselhafte Weise. Noch heute geht in Mali die Legende, sie wären davongeflogen.

Tesla, Nikola
Tesla (1856–1943) war ein Erfinder und Elektro-Ingenieur, der dem Wechselstrom zum weltweiten Siegeszug verhalf. Sein Spätwerk ist bis heute ein beliebtes Thema von Spekulationen und Verschwörungstheorien. Im Film ›Prestige – Meister der Magie‹ wird er von David Bowie verkörpert.

Toguna
Im Herzen einer jeden Dogonsiedlung steht ein Gebäude, das Toguna genannt wird. Es ist der zentrale Treffpunkt für die Männer des Dorfes. Hier werden wichtige Themen diskutiert oder man erzählt sich Geschichten unter dem schattigen Dach. Die geringe Höhe der Toguna soll verhindern, dass sich die Anwesenden im Zorn erheben oder aufspringen. Jeder weiß, es gibt keinen Platz, um aufzustehen und zu streiten.

Verne, Jules Gabriel
Der französische Schriftsteller Verne (1828–1905) war einer der Begründer des Science-Fiction-Romans. Er selbst nannte seine Werke ›wissenschaftlich belehrende Romane‹, denn die darin vorkommenden technischen Neuerungen waren nicht frei erfunden, sondern das Ergebnis sorgfältiger Recherchen. Die meisten von Verne beschriebenen Fortbewegungsmittel waren bereits im Ansatz entwickelt und wurden später Realität.

Voodoo
Ist eine Religion, die ursprünglich in Afrika beheimatet war, durch die Sklaverei aber auch in Teilen Amerikas und auf Haiti verbreitet ist und die sich mit Elementen anderer Religionen vermischt hat. Bei uns ist Voodoo vor allem durch Tieropfer und das vermeintliche Praktizieren schwarzer Messen bekannt.

Weißer Zwerg
Weiße Zwerge sind Überreste ausgebrannter Sterne. Jeder Stern, der bei seiner Geburt weniger als acht Sonnenmassen wiegt, endet als Weißer Zwerg. Weiße Zwerge sind ausgesprochen klein, etwa erdgroß, die Dichte ist entsprechend hoch, und leuchtschwach sind sie auch. Letzteres ist eine Folge der Kleinheit ihrer strahlenden Oberfläche. Als tote Sterne verfügen sie über keinerlei thermonukleare Energiequellen. Was sie in den Weltenraum abstrahlen, ist im Wesentlichen die Restwärme des ehemaligen heißen Sternenkerns. Der erste Weiße Zwerg, der als solcher erkannt wurde, ist der Siriusbegleiter.

Kaiser Wilhelm II.
Kaiser Friedrich Wilhelm II. wurde als erstes Kind des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Friedrich III., und seiner Frau Victoria Adelaide Mary Louisa of Great Britain and Ireland im Kronprinzenpalais in Berlin geboren. Durch den Einsatz einer Geburtszange wurde sein linker Arm verkrüppelt. Er wurde immer wieder Torturen ausgesetzt, um seine Behinderung zu lindern. Massagen, Elektroschocks, Armschienen, Klammern, das Tragen orthopädischer Schuhe waren noch harmlose Therapien; schlimmer war ein Korsett, bestehend aus Stangen, Schienen und Gurten, das die Nackenmuskulatur strecken sollte. Wilhelm erwies sich jedoch von erstaunlicher Energie, überwand alle Handicaps, lernte es, mit einem Arm das Gewehr zu halten, das Segel, das Ruder, das Tennisracket – und die Zügel. Die Kunst des Reitens allerdings erwarb er sich unter Qualen. Wilhelm wurde gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich von dem strengen und puritanischen Georg Hinzpeter erzogen. Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (geb. 27. Januar 1859 in Berlin; gest. 4. Juni 1941 in Doorn, Niederlande), entstammte der Dynastie der Hohenzollern und war von 1888 bis 1918 letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen.